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Gypsies

ein Recherchetheater-Projekt zu Roma in Europa von werkgruppe2 | Uraufführung in Kooperation mit dem Staatstheater Braunschweig, dem Théâtre de la Manufacture Nancy (FR) und dem Nationaltheater Temeswar (RO)

Dienstag, 4. April 2017, 20:00 Uhr · Husarenstraße 75

Freier Verkauf

Roma, abschätzig als ›Zigeuner‹ bezeichnet, bilden mit 10 Millionen Menschen die größte ethnische Minderheit Europas. Sie wurden von den Nationalsozialisten in Konzentrationslagern ermordet, waren während des Bosnienkriegs Opfer von ›ethnischen Säuberungen‹ und dienen den von Überfremdungsängsten geplagten EU-Bürgern heute noch immer als Feindbild. Gleichzeitig versuchen die Regierungen der westlichen EU-Länder durch eine bewusste Asylpolitik die Verantwortung bei den vermeintlichen Herkunftsländern zu belassen, wo Roma häufig mit Diskriminierung und Ausgrenzung konfrontiert sind.
Mit welchen Vorurteilen sehen die Angehörigen dieser transnationalen Bevölkerungsgruppe sich konfrontiert? Was macht sie zu »den Anderen«? Wie begegnen sie den hartnäckigen, stereotypen Bildern, die ihnen zugeschrieben werden, und wie beschreiben sie selbst ihre Identität? Was wäre in ihren Augen notwendig für ein gelingendes Zusammenleben? Welche Perspektiven sehen sie in einem Europa der Zukunft? In ihrer fünften Arbeit am Staatstheater Braunschweig richtet das niedersächsische Theaterkollektiv werkgruppe2 ein weiteres Mal den Blick auf ein europäisches Thema. Auf der Grundlage von Interviews mit Roma-Familien in Rumänien, Frankreich und Deutschland entsteht zusammen mit einem multinationalen Schauspiel- und Musiker-Ensemble ein Theaterprojekt, das nach seiner Uraufführung in Braunschweig auf Europa-Reise gehen wird.